Grenzlandfest Zwiesel

Wolfauslassen beim Grenzlandfest

am 2. Sonntag - 19. Juli 2026

Ein besonderer Höhepunkt des Zwieseler Grenzlandfestes ist das traditionsreiche Wolfauslassen, das den Festzug anführt und Besucher jedes Mal aufs Neue begeistert. Der Brauch hat seine Wurzeln in der jahrhundertealten Hirtenkultur des Zwieseler Winkels. Früher hüteten die Hirten während des Waldsommers das Vieh der Bauern auf nahegelegenen Weiden und den hoch gelegenen Bergwiesen, den sogenannten Schachten. Um die Herden vor Wölfen und Bären zu schützen und um verlorene Tiere leichter wiederzufinden, trugen die Rinder schwere Glocken. Ihr lautes Geläut sollte zugleich Gefahren und – so der Volksglaube – auch böse Geister vertreiben.

Im Spätherbst kehrten Mensch und Tier ins Dorf zurück. Am Martinitag holten sich die Hirten ihren Jahreslohn ab – begleitet von kräftigem Glockengeläut und dem markanten Knall der Geißeln. Aus dieser Tradition entwickelte sich das Wolfauslassen, wie es heute noch gepflegt wird.

Auch wenn es im Bayerischen Wald kaum noch Hirten gibt, lebt dieser eindrucksvolle Brauch weiter. Die Burschen bereiten sich Wochen im Voraus darauf vor, üben das Geißelschnalzen und ziehen als „Wolf“ unter der Führung des „Hirters“ mit Glocken, Sprüchen und rhythmischem Scheppern durch das Dorf. Das Zusammenspiel aus Klang, Bewegung und überlieferten Ritualen macht das Wolfauslassen zu einem einzigartigen Erlebnis für Einheimische und Gäste.

Mittlerweile gehört das Wolfauslassen als fester Bestandteil zum Programm des Grenzlandfestes.
Im zweijährigen Rhythmus findet es am 2. Festsonntag statt und bildet einen stimmungsvollen Höhepunkt des Festgeschehens. Für Besucher bietet sich dabei eine seltene Gelegenheit, lebendiges Brauchtum hautnah zu erleben und in die Geschichte und Kultur des Bayerischen Waldes einzutauchen.